Frauen sagen mir, sie seien zu alt, um nochmal anzufangen.
Mit 50. Bei einer Lebenserwartung von 84.
Rechne das mal.

34 Jahre. Das ist mehr, als zwischen deinem 20. und deinem 50. Geburtstag.
Ich weiß ja nicht, wie es dir geht, aber für mich war der 50. ein ganz besonderer Geburtstag. Nicht, weil ich mich furchtbar alt gefühlt hätte. (Bin jetzt 56). Es hört sich einfach anders an, so äußerlich besehen. Zweite Lebenshälfte und so. Irgendwo habe ich von Senioren gelesen, das war ein Forum ab 50. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen soll.
Nichts gegen Senioren. Aber ich fühle mich so weit davon entfernt, wie die Sonne vom Mond. Und ehrlich gesagt glaube ich auch nicht, dass das in 10 oder 20 Jahren anders sein wird. Mein Vater meinte vor Jahren mal zu mir: Innendrin fühlst du dich nicht anders als früher, nur äußerlich sieht man halt anders aus. Ich finde, das bringt es auf den Punkt.
Vielleicht geht es aber nicht allen so. Wenn ich manche „Erwachsenen“ sehe, die sich – in meinen Augen – so verhalten, als hätten sie keinerlei Erinnerung an ihre Kindheit, bin ich immer ziemlich sprachlos. Weil ich da ganz anders ticke. Ich frage mich immer, wann ich eigentlich erwachsen werde.
Wahrscheinlich nie so richtig, zumindest wenn es nach meiner Tochter geht. Und weißt du was? Das ist auch gut so. Jedenfalls wenn es darum geht, was im Leben möglich ist – und was nicht. Für Kinder gibt es keine Grenzen, alles scheint möglich. Die beste Sichtweise, die man haben kann. Was wir uns zutrauen, verändert, was wir erreichen.
Worauf ich raus möchte:
Was „im Alter“, also ab 50, 60, 70 aufwärts möglich ist und was nicht, hängt selten am Alter. Auch wenn es gerne vorgeschoben wird. Weil sich die wenigsten die Mühe machen, die eigentlichen Ursachen zu suchen – für Beschwerden, für ungelebte Träume, für fade Beziehungen oder einen langweiligen Alltag.
Vierzig Jahre wegen einer verkorksten Schulfreizeit
Ein Beispiel, wie klein so eine Ursache sein kann: Ich war mit 16 auf Skifreizeit, mit der Schule. Im Gruppenunterricht den Berg runtergequält. Am Lift rausgefallen, vor lauter Panik. Mein Fazit damals: Skifahren ist nichts für mich.
Dabei ist es geblieben. Vierzig Jahre lang. Bis meine Tochter letztes Jahr sagte: „Komm doch einfach mit uns mit, das wird lustig.“ Ich habe erst gelacht und dachte, sie macht Witze. Ausgerechnet Skifahren. Das Ende vom Lied? Wir sind alle gefahren, von der Uroma bis zu den Enkeln. Und ich auf Skiern, drei Tage Skischule – zwischen den ganzen Knirpsen. Okay, das war nur am ersten Tag, danach durften wir schon auf die Piste, mein Schwiegersohn und ich.
Und weißt du was? Es war großartig. Ich bin so dankbar für die Hartnäckigkeit meiner Tochter. Denn es hat mir mal wieder gezeigt, dass viele Ängste nur in unserem Kopf existieren und jederzeit veränderbar sind. Und es darauf ankommt, wer um einen herum ist.
Vierzig Jahre wegen einer verkorksten Schulfreizeit. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei.
Genau darum geht es hier. Nicht ums Optimieren, sondern ums Anfangen. Um Sätze oder Gedanken, die uns aufhalten.
„Dafür bin ich zu alt.“ „Das kann ich mir nicht leisten.“ „Das ist halt so in den Wechseljahren.“ „Dafür ist es jetzt zu spät.“
Manches mag stimmen. Das meiste nicht.
Ich habe lange überlegt, wie ich das am besten weitergebe. Andere Frauen zu motivieren, sich zu trauen. Daran erinnern, was sie früher für Träume hatten und dass es sich lohnt, ihnen eine Chance zu geben. Dass die meisten körperlichen Beschwerden nichts mit dem Alter zu tun haben – und vieles rückgängig gemacht werden kann. Wir haben noch Zeit und ich habe für mich beschlossen, sie nicht mehr nur für andere zu opfern.
Und ja, davon haben am Ende auch alle anderen etwas. Aber ehrlich gesagt ist das nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass dein Leben dir gehört.
Deshalb startet im Januar meine Community für Frauen, die endlich das machen wollen, was seit Jahren auf ihrer Liste steht:
Handstand, Motorradführerschein, Weltreise, nochmal was Eigenes aufbauen. Oder einfach wieder tanzen gehen. Die sich alleine nicht trauen, ihre Träume einfach vergessen haben oder noch nicht genau wissen, wie sie ihre Wünsche in ihren Alltag integrieren sollen.
Und ihren Körper dabei mitnehmen wollen, statt sich von ihm ausbremsen zu lassen.
Lust dabei zu sein? Hier findest du weitere Infos.
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